Die Zeitreise geht weiter

Am vergangenen Samstag, 19.05.2018, war es soweit: das zweite und letzte Konzert von Unheilig & The Dark Tenor auf Zeitreise für mich.

Kurz nach 16 Uhr erfolgte der Einlass für die VIPs, zu denen ich mich diesmal zählen durfte.

Zunächst hörten wir zwei Songs der Headliner im Soundcheck, anschließend gab es die Möglichkeit, im Rahmen eines kurzen Meet & Greets Photos zu machen und mitgebrachte Sachen signieren zu lassen. Die anschließende Wartezeit bis Konzertbeginn konnte man sich mit Erfrischungen, Gesprächen mit alten und neuen Bekannten oder auch beim Shopping am Merchstand verkürzen.

Auch war es möglich, bei den Soundchecks der beiden Support-Bands Sotiria und Körner zu lauschen.

Kurz vor 18.30 Uhr begann der reguläre Einlass. Der große Saal des Bochumer Ruhrkongresses füllte sich schnell. Das Publikum war – wie zuvor auch im April in Köln – bunt gemischt. Jung & Alt, schwarz oder bunt gekleidet, manche mit TDT-Fanshirts, andere mit UH-Fanshirts… Alles war dabei.

Gegen halb acht begann das Konzert mit dem Auftritt von Sotiria. Die Sängerin der Berliner Band Eisblume performte ihre Songs aus dem im Herbst erscheinenden Album HALLO LEBEN. Die deutschen Texte fanden sich mal im fetzigen, rockigen Gewand, manchmal auch balladenartig und sehr emotional vorgetragen. Hier fiel besonders der Song „Kompass“ auf, in dem es inhaltlich um die Beziehung der Sängerin zu ihrem Vater ging. Bereits die Ansage des Songs ließ, die das tiefe familiäre Band der jungen Frau zu ihrem Vater erkennen, sollet ihr mal reinhören.

Kurz darauf folgte der gut 25 Minuten dauernde Auftritt von Special Guest Körner. Zugegeben vom Genre – poetischer Pop – etwas irritierend, aber dennoch ein musikalischer Auftritt, der seine Vorzüge hat. Bei Körner sprüht die Lebensfreude auf der Bühne funken, die sich ins Publikum überträgt. Körner erweckt zwar durch seine unbändige Energie den Eindruck einer gewissen Bühnenhyperaktivität (er ist unentwegt in Bewegung), aber genau das machte auch unglaublich Spaß und riss mit.

Um etwa 20.45 Uhr war es endlich soweit, und die im Vorfeld auf den sozialen Medien viel diskutierten Headliner betraten die Bühne. Die Eingangsstimmung war hier durch das Spiel von Licht und Nebelmaschine bedeutend mystischer als vorher bei den Supportbands. The Dark Tenor eröffnete mit dem Unheilig-Song „Wir sind alle wie eins“ die fulminante Show.

Im Vergleich zu Köln im April war er stimmlich und auch emotional weitaus verbundener mit den Unheilig-Songs, was mit gut gefiel. Nach einem ersten rockigen Teil folgten zwei Akustiksongs, „Afterglow“ und „Wicked Game“, was eine kurze Verschnaufpause bot. Bei der Präsentation von „I Miss You“, Basis hierfür ist „Children“ von Robert Miles (1996), warfen die Fans um mich herum rote Herzchen-Luftballons ins Publikum. Der Song, eine wunderschöne gefühlvolle Ballade, wird auf dem kommenden TDT-Album SYMPHONY OF GHOSTS zu finden sein (Veröffentlichung im September).

Für den ein oder anderen Grinser sorgen die teils etwas bissigen Kommentare vom Tenor und Keyboarder Eric zu bösartigen Facebook-Kommentaren und virtuellen Vorurteilen und Gerüchten.

Der zweite Rockpart der Show wurde für die Fans zur sportlichen Herausforderung. Offensichtlich wurden dem Tenor und seiner Band(e) zwischenzeitlich Batterien einer altbekannten Marke verpflanzt, es ging powergeladen und mit einem speziellen Arme-Bauch-Beine-Po-Programm durch die weitere Show. Muskelkatergarantie. Richtig ab ging die Post bei „Wie in guten alten Zeiten“ und „Lichter der Stadt“, bevor es bei „Zeit zu gehen“ etwas ruhiger wurde. Natürlich folgten auch zwei Zugaben, die „Ode an die Freude“ und „Geboren um zu leben“, Songs, bei denen fast alle im Publikum laut mitsangen.

Es war ein schöner Abend und man kann nur jedem empfehlen, sich selbst ein Bild zu machen statt im Vorfeld zu urteilen. Es mag bestimmt nicht jedermanns Sache sein und ich persönlich freue mich jetzt auch erstmal wieder auf die getrennten Wege der Bands und das nächste reine TDT-Kontert im Januar (Tour zum neuen TDT-Album), aber eine Wiederholung des Projektes in zwei drei Jahren… warum nicht? Manchmal müsse neuen Dinge halt ausprobiert werden und in den Gehörgängen der Empfänger reifen

 

Text und Bilder: Jenny Hoecker für Radio Diabolus & Light and Shadow Reports

 

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