Zu Besuch in der Wolfsburger Autostadt

Autostadt Wolfsburg - nicht nur ein Erlebnis zum Auto abholen

Bereits im August besuchte ich mit meiner Familie die Autostadt Wolfsburg. Ein Highlight für Groß und Klein und wirklich spannendes Ausflugsziel - nicht nur für große und kleine Jungs! 

(JH). Es ist jetzt schon etwas her, aber manche Dinge laufen einem zum Glück nicht weg. 
Im August hatte ich das Vergnügen, die Autostadt Wolfsburg besuchen zu können. Viele bringen mit der Autostadt die Abholung eines neuen Volkswagens in Verbindung, jedoch ist die Autostadt mehr. 
Sie bietet ein erstklassiges Ausflugsziel für Jung und Alt, Spielen, Entdecken, Informieren, Ausprobieren, Entspannen... Als das geht in der Autostadt. 
Da wir etwas früher ankamen als geplant hatten wir Zeit, bis die Führung über das Gelände begann. 
Im Piazza genannten Eingangsbereich findet man neben Kasse und Sammelplätzen für die Führungen auch Info-Points und reichlich freundliche Mitarbeiter, die einem gern mit Tipps und Informationen aushelfen. Die große, zum Teil ausfahrbare Glasfront der Piazza soll Transparenz und Größe des Konzerns demonstrieren.
Unser Sohn (7) entdeckte ziemlich flott den Kinderbereich, der -hat man den Eingang im Rücken- rechts ist. Neben zahlreichen Spiel- und Bastelmöglichkeiten finden sich hier kleine Beetle-Modelle mit Fahrsimulatoren. Dort zog es den jungen Mann auch prompt hin. Nach zwei Simulationen packte ihn der Ehrgeiz und er meldete sich spontan zum "Kinderführerschein" an. Eltern abgeschrieben. 
Die Theorie dauerte gut 20 Minuten, Zeit, die mein Mann für einen gemütlichen Kaffee und ich zum Basteln mit Kofferraumfilz (kostenfrei) nutzte. Danach ging es für 25 Minuten auf den Verkehrsübungsplatz.  Hier durften die Kids mit Elektro-Beetlen unter Beachtung der Verkehrsregeln Runde um Runde drehen. Im Anschluss gab es einen "Kinderführerschein" als Erinnerung ausgehändigt, kostenfrei. Die Aktion wird für Kinder von 5 bis 11 Jahren angeboten.

Jetzt war der Zeitpunkt unserer Führung gekommen. Herr Lechmann von der Autostadt begrüßte uns drei, erklärte und das Erlebnis- und Kompetenzzentrum, als das sich die Autostadt versteht und informierte über die 12 zum VW-Konzern gehörenden Marken. 
Die Idee, die Autostadt ins Leben zu rufen, entstand 1994, 1996 folgte das Konzept, am 1. Juni 2000 die Eröffnung. 2015 fanden gut 2,5 Millionen Besucher den Weg in die Autostadt. Der Konzern verfügt über 119 Standort und bietet über 610.000 Menschen weltweit Arbeitsplätze. Über 1.000 Mitarbeiter des Wolfsburger Standorts reisen übrigens täglich mit dem Zug aus dem Großraum Berlin zur Arbeit an, Fahrzeit etwa 60  Minuten mit dem ICE. Gearbeitet wird an 363 Tagen im Jahr im Dreischicht-System, geschlossen ist lediglich am 24. und 31.12. eines jeden Jahres.

Die Autostadt ermöglicht dem Besucher das Kennenlernen vieler verschiedener Themenwelten. Neben der reichlich vorhandenen kulinarischen Möglichkeiten (von vegan bis Fleisch gibt es alles, auch die berühmte VW-Currywurst) findet der Besucher ein Autolaboratorium, Ausstellungen, interaktive Bereiche, ein Museum und eine großartige, 28 Hektar (etwa 35 Fußballfelder) umfassende, Fjord- und Lagunenlandschaft vor. Picknick und Verzehr selbstmitgebrachter Speisen und Getränke ist auf den Grünflächen erlaubt! Spielmöglichkeiten sind auch im Aussenbereich genügend vorhanden.
Insgesamt gibt es fünf Großgebäude sowie Themenpavillions zu den verschiedenen Marken, zu denen neben VW, Audi, Skoda und Seat auch Lamborghini, Porsche und Bugatti gehören. 
Die beiden Autotürme, die beim Betreten des Aussengeländes sofort ins Auge fallen, sind je 48 Meter hoch und beherbergen die fertigen und zur Auslieferung bereiten Fahrzeuge. Je 20 Etagen bieten Platz für insgesamt 400 Fahrzeugen pro Turm. Mittels Aufzug kann einer der Türme von den Besuchern befahren werden. Pro Tag werden rund 500 Autos ausgeliefert, eine enorme Zahl. Diese gehen nicht nur an Abholer vor Ort sondern auch an die Niederlassungen.
Nach der Führung, die zwei Stunden dauerte, nutzten wir die Möglichkeit der Panoramafahrt auf dem Mittellandkanal. Von hier genossen wir die Sicht auf das Werk, das - obwohl erst 1957 erbaute - bereits unter Denkmalschutz stehende Verwaltungsgebäude und "Cool Summer Island", zu dem ich später noch etwas schreibe. Die bewusst informationsarm gehaltene Panorama-Tour war eine gute Erholung nach den zuvor gesammelten Eindrücken und wirklich zu empfehlen. 

Nach der Panorama-Tour blieb noch reichlich Zeit, das Gelände auf eigene Faust zu erkunden. 
Die Möglichkeit, auf einer separaten Strecke Fahrzeuge zu testen, nutzten wir aus Zeitgründen nicht; Anmeldung ist hierzu erforderlich. Ausprobieren kann man auf der Teststrecke zB den Amarok, den großen Pick-Up von VW, aber auch viele andere Modelle.... ein herrlicher "Männerspielplatz" ;) 
Und zog es zuerst in den Porsche-Pavillon. Im Eingangsbereich wurden liebevoll kleine Modelle arrangiert, die eine Rampe hinunter "fahren". Tablets bei den zahlreichen Sitzgelegenheiten bieten die Möglichkeit, sich auf moderne Weise bis ins kleinste Detail über Boxter, Cayenne und Co. zu informieren; auch standen Fahrzeuge zum Probesitzen zur Verfügung. 
Bei den Nutzfahrzeugen hat man die Möglichkeit, sich ein kostenloses Erinnerungsbild machen zu lassen, leider war bei unserem Besuch die Anlage defekt. 
Von dort führte unser Weg vorbei am Vanilletunnel (Bilder) zum Eisstand und weiter ins Haus der Zeit, dem Fahrzeugmuseum.
Im Haus der Zeit angekommen führt eine steil anmutende Rolltreppe ins oberste Geschoss, dort startet der Rundgang. Natürlich findet man auch reichlich Aufzüge, dadurch wird das Ganze auch für Menschen mit Handicap gut erreichbar.
Zu den Fahrzeugen und Entstehungsepochen gibt es reichlich Informationen, die Fahrzeuge sind jedoch nicht chronologisch in der Ausstellung aufgestellt. 
Ein Highlight für die Damenwelt dürfte der goldene VW-Käfer mit Strass-Steinbesatz sein, Fans von "Zurück in die Zukunft" werden den Delorean lieben.   Zurück im Erdgeschoss findet sich ein kleiner Souvenirshop. 

Eins der Highlights ist definitiv der Bugatti-Pavillon. Ein wirklich gut in Szene gesetztes Modell fesselt sofort den Blick der Besucher: weltweit nur 450 mal gebaut, 1001 PS unter der Haube und 407 km/h schnell steht er da. Im vollverspiegelten Lack, ein wahres Traumauto... wäre da nicht dieser kleine preisliche Haken von etwa 1,6 Millionen Euro, der einen riesigen Krater in die meisten Haushaltskassen reißt.  

Den Besuch ausklingen ließen wir auf Cool Summer Island. Hier kann man sich am kleinen, künstlich angelegten Strand ein wenig erholen, Cocktails trinken oder eine Runde auf einen abgetrennten Bereich des Mittellandkanals (vermutlich ein ehemaliger Anlegebereich des Konzerns) mit kostenfreien Tret-/Solarbooten drehen, die Bademöglichkeiten nutzen, die Seele baumeln lassen...

Fazit: egal ob jung oder alt, weiblich oder männlich es wird für jeden etwas geboten. Zugegeben ganz billig ist es mit Eintritten und Verpflegung vor Ort nicht (Preise auf der Homepage der Autostadt), aber es lohnt sich auf alle Fälle! Das Gelände ist sehr schön und gepflegt, unabhängig vom Wetter finden sich reichlich Aktivitäten; alles ist sehr kinderfreundlich, es gibt viele Spielplätze. 
Jedoch sollte man wenn man alles sehen und erleben möchte zwei Tage einplanen; Hotels gibt es reichlich in der Umgebung und auch auf dem Gelände. 

Text und Bilder: Jenny Metternich
No use or download without written permission. Weitere Bilder im Album "Autostadt Wolfsburg" oder unter:
www.lightandshadowreports.de

Einen herzlichen Dank an das Team der Autostadt, welches mir die Erlaubnis zum Schreiben und Photographieren gab und uns einen unvergesslichen Tag ermöglichte! Wir kommen gerne nochmal wieder :) 

Schaut mal vorbei: 
www.autostadt.de 
https://www.facebook.com/autostadt/

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