Marc Ziegler: „Seelennacht war der Grund, das Label zu übernehmen“

 

Er ist jung, voller Ideen und hat den Mut, neue Wege zu gehen. Marc Ziegler ist Sänger, Produzent und seit kurzem Besitzer eines eigenen Labels. Wie er dazu kam und was er seit seinem letzten Interview mit Light & Shadow Reports erlebt hat, erzählt er hier.

 

Jenny: Im letzten Interview im November sprachen wir über deine Ziele und Wünsche für 2017. Nun ist das erste halbe Jahr fast rum, die Zeit rennt unaufhaltsam. Einer deiner Wünsche war es, die westdeutschen Fans genauso zu erreichen, wie die Ostdeutschen. Hat sich hier schon etwas getan?

Marc: Wir hatten dieses Jahr bereits drei Konzerte im Westen, eines sogar in unserer Heimatstadt. Daher läuft das alles ganz gut und weitere Konzerte sowohl im Osten wie im Westen werden in der zweiten Jahreshälfte auch noch folgen. Man darf gespannt sein, was da noch so angekündigt wird.

 

Am 27.05.17 bist du beim Gothic meets Rock Festival in Kierspe gewesen. Dein Auftritt sollte um 23.50 Uhr beginnen. Empfindest du diese Zeit als sehr spät oder perfekt für einen Auftritt? Fällt es zu so später Stunde schwerer, die Zuhörer bei Laune zu halten und zum Tanzen und mitmachen zu animieren?

Meiner Meinung nach ist diese Uhrzeit viel zu spät. Für Gäste. Die schon seit dem frühen Nachmittag da sind, ist alles nach 23 Uhr einfach nicht mehr optimal. Uns selbst wäre der Auftritt zwischen 20 und 23 Uhr auch lieber gewesen. Sicher, man fühlt sich geehrte als Headliner auftreten zu dürfen, aber für die Gäste und für uns hätte ein früherer Slot mehr Sinn gemacht. Wenn wir eine Solo-Show spielen schauen wir zum Beispiel immer, dass der Auftritt um spätestens 0 Uhr fertig ist. Das ist erfahrungsgemäß auch für die Gäste am angenehmsten.

 

Du arbeitest schon lange mit Future Fame zusammen, einer Plattform für Musikvertrieb. Seit kurzem bist du soweit ich weiß Inhaber und Geschäftsführer dieser Plattform. Bedeutet das, dass du mit der Musik und deinem Projekt Seelennacht aufhören möchtest und dich auf andere Tätigkeiten konzentrieren willst oder bleibst du uns als aktiver Künstler erhalten?

Ganz klar bedeutet das, dass ich mich noch viel intensiver mit Seelennacht beschäftigen werde. Der Schritt, das Label zu übernehmen, ergab sich aus der Fügung heraus. Der ehemalige Inhaber wollte sich mehr auf seine anderen Tätigkeiten fokussieren und bot mir an, das Label zu kaufen und fortzuführen. Dieser Schritt eröffnet mir die Möglichkeit noch früher an mein Ziel zu kommen von Seelennacht zu leben, da ich nun 100 Prozent von jeder CD, jedem Download und jedem Merchandise-Produkt erhalte. Das heißt, es war ein wichtiger Schritt um von Seelennacht leben zu können. Seelennacht war daher der Grund, das Label überhaupt zu übernehmen.

Mein Fokus liegt somit weiterhin auf Seelennacht und letzten Endes sogar mehr als jemals zuvor. Meine Musik bedeutet mir sehr viel und ich könnte mir nicht vorstellen damit aufzuhören. Darüber hinaus stelle man sich vor, der ehemalige Inhaber hätte das Label an jemand anderes verkauft. Dann hätte jemand anderes, den ich unter Umständen nicht einmal kenne, die Rechte an meiner Musik und würde an ihr mitverdienen. Dies wollte ich nicht, da ich schon sehr viel Geld, Zeit und Liebe in dieses Projekt gesteckt habe und nicht möchte, dass die Rechte in die falschen Hände geraten. Somit musste ich einfach handeln und das Label übernehmen und diese Chance ergreifen, ab sofort 100 Prozent selbst an Seelennacht zu verdienen.

 

Was genau machst du bei Future Fame? Handelt es sich dabei um Support und Vertreib oder bist du in diesem Rahmen auch als Produzent anderer Künstler tätig?

Es handelt sich tatsächlich um einen reinen Vertrieb. Ein paar Bands, die schon länger bei Future Fame waren, haben mehr als einen reinen Vertriebsvertrag und bekommen daher mehr Umsorgung. Dabei handelt es sich beispielsweise um „Desastroes“, für den ich jederzeit für Fragen bereit stehe und ihn auch schon als Vorband von Seelennacht eingesetzt habe und auch weiterhin werde um uns gegenseitig zu pushen.

 

 

Im November-Interview mit LSR kam ja auch zur Sprache, dass du eventuell 2017 ein neues Album auf den Markt bringen möchtest. Gibt es da schon etwas, das du mir verraten magst? Hast du schon neue Songideen oder fertige Songs?

Ja, das stimmt. Das Album ist auch schon sehr weit in seiner Produktion fortgeschritten. Ich werde wohl in ein paar Wochen damit anfangen, den Gesang aufzunehmen. Es nimmt Gestalt an.

 

Am 4.11.17 kommst du nach Bonn, zusammen mit Silizium. Euer erster gemeinsamer Gig? Wird es auch einen gemeinsamen Song geben?

Das wäre dann sogar schon unser zweiter gemeinsamer Gig. Es gibt einen Song, den Silizium geschrieben hat, den wir dann vielleicht gemeinsam performen werden.

 

 

Herzlichen Dank an dich, Marc, für's Interview :)

 

 

Infos zum Künstler: SeelennachtLabel Future Fame

...und dann wäre da die Frage nach deinem ersten Mal... 

 

Bonn. Ein silberner Wagen fährt vor. Vorne sitzt ein junger Mann, elegant gekleidet. Marc Ziegler von Seelennacht. Begleitet wird der ernst guckende Sänger von seinem Vater und Keyboarder, Berater und Freund René Widukind. 
Nach einem kurzen, freundlichen "Hallo" geht es los; ein kleiner Ausflug durch Bonn für Photos. In den Photopausen war reichlich Zeit, Marc ein paar Fragen rund um sein aktuelles Album "Lebenslinien" zu stellen, und den ein oder anderen privaten Einblick zu bekommen. 

 

LSR: Wie bist du zur Musik gekommen?
Marc: Eigentlich kam die Idee, Musik zu machen, zur Zeit meines Abiturs. Das hat sich so ergeben. 2008 habe ich das Projekt "Seelennacht" gegründet.

 

LSR: Gab es ab da nur die Musik oder hast du auch eine Ausbildung oder ein Studium absolviert?
Marc: Ich habe Tontechnik studiert. Hätte das mit der Musik nicht geklappt würde ich wahrscheinlich als Tontechniker arbeiten. 

 

LSR: Erklär mir bitte, wie der Name SEELENNACHT entstand.
Marc: Seele steht für die Psyche des Menschen, die Emotionen. Die Nacht für die Dunkelheit, die eine Seele umgeben kann bzw. als Metapher für eine schwere Zeit, die es zu durchstehen gilt. Zusammen klang es gut und ich glaube es ist ein Name, der in den Köpfen bleibt.


LSR: Zurück in die Schule; wie ist deine Erinnerung an die Schulzeit? 
Marc: Schule war für mich eine eher stressigere Angelegenheit, heute ist es entspannter. Es gab gute und schlechte Zeiten; wie bei allem was man erlebt.
Der Unterricht ging oft bis in den Nachmittag, danach musste zu Hause noch gelernt werden. Zu meinen Lieblingsfächern gehörten Geographie, Französisch, Musik und ganz besonders bildende Kunst. Zu Musik muss ich jedoch gestehen, dass ich im Leistungskurs der Schlechteste war, immerhin mit der Note "befriedigend". Jedoch ging es nur um alle Arten von klassischer Musik, mit der ich bis dahin keinerlei Berührungspunkte hatte. Alle anderen spielten schon seit Jahren klassische Instrumente, die sie in der Musikschule unterrichtet bekamen und hatten daher enorme Vorteile. Ich war damals schon ausnahmslos moderner ausgrichtet, begann zu der Zeit mit dem Musizieren am Computer und am Synthesizer. 

 

LSR: Deine Videos versuchst du an die textlichen Inhalte deiner Songs anzupassen. Wenn du dir deine Traumlocation für einen Dreh aufsuchen könntest, wo wäre das? Wie entstehen deine Videos? 
Marc: Da gibt es ein paar Orte: die Ostsee, Irland und Schottland wären cool.
Die Videos sind vorrangig Eigenproduktionen, die mit Hilfe und Unterstützung von Freunden und Bekannten entstehen. Die Storys werden, ebenso wie die Songtexte, von mir geschrieben. Bei den Videos unterstützt mich insbesondere Mario von Silizium.

 

LSR: Dein Kleiderstil wirkt sehr elegant. Was trägst du privat, wählst du deine Bühnenoutfits selber aus?
Marc: Meine Kleidung suche ich selber aus. Mir ist mein Wohlbefinden sehr wichtig. Auf der Bühne kleide ich mich noch ein wenig schicker als privat, aber auch da bevorzuge ich elegantere Kleidung, trage auch privat gerne Hemden etc.. Schmuck aus Ketten und Ringen sind für mich wichtige Accessoires.

 

LSR: ...und dann wäre da die Frage nach deinem ersten Mal... Auf der Bühne...
Marc: (schluckt beim Hören der Frage bevor er lacht...) Ich war damals sehr nervös, nach dem zweiten Auftritt, der als Vorband für Blutengel war, ging es dann. Immerhin geschah dieser vor gut 2000 Zuhörern. Heute bin ich entspannter, im Session ist gleich mein 67. Auftritt, 22 davon wurden von René begleitet.

 

LSR: Jetzt hätte ich mal eine klassische Interviewfrage. Seit dem 23. September ist dein aktuelles Album Lebenslinien draußen, die Texte regen zum Nachdenken an. Woher nimmst du die Inspiration? 
Marc: Im Grunde aus dem, was mich umgibt: das Leben, die Liebe, persönliche Erlebnisse aber auch die Geschichte. Der Song "S.O.S" zum Beispiel bezieht sich auf den Untergang der Titanic. Sie ist für mich ein wichtiges Sinnbild, weil sie zeigt, dass man neue Dinge ausprobieren muss, neue Technik, neue Wege gehen. Auch wenn mal etwas nicht klappt so kann man aus dem Versuch jedoch auch lernen. Und sie zeigt, dass man sich auch irren kann, egal wie sicher man sich ist.
Natürlich ist mir auch immer das Thema Hoffnung sehr wichtig: diese darf man niemals verlieren. Mir ist es wichtig vorallem auch positive Energie durch meine Lieder zu vermitteln. Energie, welche in nachdenklicher und bestimmt auch melancholischer Form daherkommt, aber in den meisten Fällen Positives bewirken soll. Und ich bin sehr glücklich darüber, dass die Fans das auch so auffassen.

 

LSR: Wenn du auf das Jahr 2016 jetzt zurück blickst, wie war es? 
Marc: Ein wichtiger Meilenstein war für mich das WGT. Ich würde mich freuen, dort bald mal wieder auftreten zu dürfen. .

 

LSR: Welche Ziele und Wünsche hast du für 2017? 
Marc: Ich habe sehr gute Erinnerungen an meine ostdeutschen Auftritte. Die Leute dort gehen richtig mit, tanzen. Das gibt Selbstbewusstsein. Da würde ich mir im kommenden Jahr ein bisschen mehr auch im westdeutschen Raum wünschen.
Weitere Ziele sind ein neues Album, viele Konzerte, eigentlich soll es 2017 weitergehen wie es 2016 endet. Es ist ein fortlaufender Prozess...

 

LSR: Erzähl bitte etwas zum Thema Fankontakte.
Marc: Der Kontakt zu meinen Fans ist mir sehr wichtig. Jeder, der ein Foto oder Autogramm möchte, soll dieses auch bekommen. Etwa 20-30 Leute sehe ich bei Konzerten immer wieder, das gibt Sicherheit. Ich erkenne sie und freue mich, dass sie wieder da sind. Manchmal wenn mich jemand anspricht, mit dem ich nur geschrieben habe und ihm noch nie zuvor persönlich begegnet war, brauche ich etwas Hilfe ihn zuzuordnen. Aber wenn man mir dann auf die Sprünge hilft, erinnere ich mich meist auch dann recht schnell. Ich freue mich aber auch auf neue Fans zu treffen, mit ihnen reden zu können. Ich hoffe, dass ich diese Möglichkeit noch sehr lange aufrecht erhalten kann.

 

LSR: Zum Schluss würde ich gern wissen, wie du die Adventszeit verbringst und Weihnachten feierst. 
Marc: Es gibt noch zwei Konzerte, ansonsten sieht es vermutlich aus wie bei jedem anderen: klassisch - vielleicht sogar ein wenig spießig - schwäbisch. Ich möchte es mir in diesem Jahr mit meiner Freundin gemütlich machen, ein bisschen dekorieren, vielleicht den ein oder anderen Weihnachtsmarkt besuchen, Glühwein trinken... Mittelalterliche Weihnachtsmärkte finde ich toll. Mir gefällt wenn es gemütlich ist, ich mag Lichter, ich mag das Festliche. 
Auch an Weihnachten wird es klassisch, oft gab es Rouladen oder Fondue, mal sehen was es dieser Jahr wird. Und natürlich darf die Bescherung nicht fehlen. 


Quellenangaben:
Text (Fragen) by Jenny Metternich (JH), Light & Shadow Reports
www.lightandshadowreports.de
No use or download without written permission. 

Interviewpartner: Marc Ziegler, Seelennacht
www.seelennacht.com
https://www.facebook.com/seelennacht/
© Coverbild Album "Lebenslinien", Nutzungsrechte am Interview

VÖ mit freundlicher Genehmigung von Marc Ziegler, vielen Dank! 

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