Mit Tränen in den Augen und Gänsehaut pur: Brüggen-Klassik

Es ist Samstag Abend, schön sommerlich warm. Was gibt es jetzt besseres, als den Abend draußen zu verbringen? Vielleicht noch ein richtig starkes Ambiente in Form einer Burg, umzogen von einem Wassergraben und gesäumt von vielen Bäumen. Und Live-Musik, das rundet das Ganze natürlich ab.

Ich bin in Brüggen, hier findet heute das Open Air „Brüggen-Klassik“ statt. Brüggen ist eine hübsche kleine Stadt, kurz vor der Grenze zu den Niederlanden. Neugierig machte mich die Ankündigung der Band Aeverium (Photo), die ich vom Castle Rock Festival in Mülheim a.d.R. kannte. Eigentlich eine Metal-Band... Also Cam eingepackt und auf geht’s... Ich möchte wissen, wie eine Metal-Band zu einem Open Air passt, dass ruhigere Töne vermuten lässt.
Angekommen führt der Weg durch das alte Burgtor vorbei an gut aussehenden Restaurants auf das Eventgelände. Getränke und Essenstände sorgen für das leibliche Wohl, insbesondere der Caterer Hoch3 überrascht mit nicht ganz üblichen Speisen wie Thunfisch-Burger vom Grill mit Rucola und Wasabi-Mayo und Süßkartoffel-Pommes mit Parmesan. Die Preise pro Gericht bewegen sich zwischen 2,50€ und 5,00€, also alles im Rahmen- Getränke ebenfalls. 
Vor der Bühne gibt es reichlich Möglichkeiten zu sitzen, Platzwahl ist frei, und auch Stehtische. Wirklich gut gelöst. Die Gäste sind alle locker und leger gekleidet, das Publikum bewegt sich altermäßig von jung bis alt, bunt gemischt. Super für Familien: Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Einlass war ab 19.30 Uhr, die Schlange zu dieser Zeit schon sehr lang vor dem Eingang. Beginn um 20.15 Uhr. Der Burghof füllte sich sehr schnell, die Stimmung unter den Besuchern war sehr gut.
Angekündigt waren drei Acts: Sophie, von der ich noch nie gehört habe; Aeverium, die überhaupt erst meine Neugier für das Event geweckt haben und Midge Ure, mit dessen Namen ich nix anfangen konnte und mich darüber wunderte, dass Bild- und Tonaufnahmen strengstens bei ihm verboten sind. Bis ich seine Songs dann gegooglet hatte und vor Freude fast gepatzt bin. Vieles davon begleitete mich schon in meiner Kindheit und Jugend... und dann gibt’s diese Songs heute live!!! Erster Gänsehautschauer für mich. Aber genug dazu, jetzt zum Abend.

Bei der Begrüßung stellte sich schnell heraus, dass die Gäste nicht nur aus der näheren Umgebung angereist waren, sondern aus dem gesamten Bundesgebiet und den angrenzenden Beneluxländern. Sichtbar war das durch die vorbestellten Karten und für den Veranstalter mit Sicherheit auch eine kleine, feine Auszeichnung, zumal es ein kleines Jubiläum gab: das fünfjährige Bestehen von Brüggen-Klassik.

Opener des Abends war die erst 20jährige Sophie. Mit sechs Jahren begann sie das Klavierspiel, mit elf kaufte sie ihre erste Gitarre und brachte sich von da an das Spielen selber bei. Das ist ihr auch sehr gut gelungen. Die ansteigende Nervosität durch streikende Technik umspielte sie souverän, indem sie ein wenig über sich erzählte bevor sie endlich starten konnte. Während des Auftritts merkte man nichts mehr von Nervosität und sie konnte das Publikum richtig begeistern. Nach gut dreißig Minuten endete ihr Auftritt mit dem Song „Timekeeper“, der auch auf ihrem Album Progress zu finden ist. Ebenfalls sehr zu empfehlen ihr Song „Reflection“, der sich mit Gedanken über sich selbst und Zweifeln beschäftigt. Zweifeln braucht sie jedoch nicht, die Songs, die sie übrigens selber schreibt, sind klasse. Rein hören lohnt sich!   

In der goldenen Mitte der drei Acts traten Aeverium auf die Bühne. Wie oben beschrieben eigentlich eine Metalband. Eine Mischung aus Alternative/Melodic/Dark Metal... eigentlich... Heute auf der Bühne mit Akustikgitarre, Cello, Geige... Aeverium unplugged... Was soll ich sagen?! Es war geil! Wer glaubt, dass die Power mit dieser Besetzung dahin war täuscht sich. Kraftvoll, energiegeladen und überzeugend präsentierte sich die Band, symphonisch-modern und cool. Der Aufbau des Auftritts war sehr geschickt inszeniert, anfangs mit ruhigeren und sanfteren Tönen steigerte sich die Band immer mehr und wurde anschließend mit tosendem Beifall belohnt. Insbesondere die Songs „Time“ und „Rest in Peace“ gefielen mir in der Akustiversion richtig gut. Die Stimme von Aeva haut mich eh jedes mal vom Hocker, einfach verzaubernd. Das Ganze könnt ihr euch übrigens auch auf CD anhören, bei der Deluxe-Edition vom aktuellen Album Time ist eine CD der Akustik-Versionen inbegriffen. 

Headliner des Abends war Midge Ure, eine Legende der Musikbranche. Neben seinen Solo Hits gab es eine bunte Mischung aus Songs, die er mit den Bands Visage und Ultravox hatte. Der gebürtige  Schotte, dessen Hits unter anderem aus den 80er Jahren stammen (weswegen ich oben schrieb, dass ich damit groß geworden bin), überzeugte mit seiner auch nach über 40 Jahren großartigen Stimme und einem Auftritt, der sichtlich von Spaß und Freude an der Musik begleitet war. Unterstüzt wurde er vom Semiakustik-Duo India Electric Company. Leider waren hier Bildaufnahmen nicht gestattet, weswegen ihr ihn im Anhang nicht findet. Dennoch, erstes Highlight seines Auftritts war der Song „If I was“, bei dem das Publikum sofort mitsang. Er scherzte vorher noch, dass die meisten den Song wohl kennen, aber einige der Zuhörer wohl doch noch zu jung seien. Midge Ure kündigte nämlich keine Titel an, sodass immer wieder eine kleine Überraschung nach der anderen zu hören war. Weitere Hits waren: „Fade to grey“, bei dem das Publikum lautstark mitsang, „Hymn“, „All fall down“ und natürlich „Dancing with tears in my eyes“, bei dem mir neben der regelmäßig wiederkehrenden Gänsehaut auch tatsächlich ein zwei Tränchen in die Augen stiegen. Es ist einfach ein irre komisches, unbeschreibliches Gefühl Songs live zu hören, die man selber seit gut dreißig Jahren kennt. Eine Tatsache, mit der ich nie gerechnet hätte und die für immer in meinem Herzen bleiben wird. 

Es war einfach ein rundum gelungener, super schöner Abend und ein Open Air, das ich mir für alle Fälle merken werde. Muss ja nicht immer alles in Großstädten sein, auch auf dem Land kann es richtig cool sein ;)

 

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Sophie: 
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Aeverium:
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Text und Bilder Jenny Metternich, Light & Shadow Reports

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